„Steiner“

Natürlich ist „Steiner“ keine Übung aus dem Taichi.  Was sie aber mit Taichi oder auch Qigong gemeinsam hat, ist das Einsetzen von Imagination.  Dabei handelt es sich um die Fähigkeit oder auch die Kraft, bestimmte Vorkommnisse, Gegenstände oder Situationen mit Hilfe der Einbildung als sogenannte Bilder im Geiste entstehen zu lassen, mehr Informationen dazu unter Wikipedia.
Gerne wird Imagination unter anderem im Taichi beim „Kampf“ gegen imaginäre Gegner oder beim Qigong für das Lenken und Fließen der körpereigenen Energie Chi eingesetzt. Aber auch in der modernen Medizin macht man sich diese Gabe immer mehr zu Nutze, um bestimmte Reaktionen im Körper anzustoßen. Dabei handelt es sich um die Selbstheilungskräfte, die mit dieser Technik wieder geweckt und angeregt werden sollen. Diese besondere Fähigkeit schlummert in uns allen, nur ist sie vielfach verkümmert weil ungenutzt und deshalb auch ungewohnt. Durch ein wenig Übung lässt sich aber die Imagination wieder lernen.

Die Übung Steiner, benannt nach dem Gewichtheber Matthias Steiner, habe ich mir ausgedacht, und sie soll dem Übenden die Vorstellung vermitteln, sich wie ein Gewichtheber bei der Technik des Stoßens zu fühlen. Darüber hinaus werden die Oberschenkel gekräftigt, die Beweglichkeit in den Schultern gefördert und, wenn zwischendurch auch ein paar Quickies eingelegt werden, die Ausdauer trainiert, auch das Gleichgewichtstraining kommt nicht zu kurz. Natürlich machen wir das alles ohne Hantel und Gewichte, aber eben mit der entsprechenden Vorstellung für diese Geräte.

Ich hoffe nur, dass mir Herr Steiner meine Unkenntnis hinsichtlich der tatsächlichen Abläufe beim Stoßen verzeiht. Was ich hier von mir gebe ist das, was ich sehe und mit meinem Laienverstand umsetze 🙂

Da ich weder Fotos noch einen Film davon habe, wie ich die Übung gerne ausgeführt hätte, möchte ich Ihnen zumindest einen kleinen Film von YOUTUBE zeigen, damit Sie eine ungefähre Vorstellung davon bekommen, worum es überhaupt geht.

So, jetzt wird es ernst. Die Füße stehen etwa schulterbreit auseinander, die Knie sind leicht gebeugt und die Arme hängen  entspannt vor dem Körper. Dann heben wir die imaginäre Hantel mit den Gewichten langsam am Körper hoch, wobei die Ellenbogen, also ganz anders als im Film, rechtwinkelig zum Körper mit nach oben gezogen werden. Die Handöffnung zeigt nach unten. Etwa in Schulterhöhe kommt jetzt das Umsetzen und Absetzen der Hantel auf der Schulter, also aus den Oberschenkeln heraus neuen Schwung holen und mit einer Handdrehung, die Handöffnung zeigt jetzt nach oben, die Hantel auf der Schulter absetzen; die Knie sind immer noch gebeugt. Jetzt stoßen wir explosiv wieder aus den Oberschenkeln heraus, die Füße stehen immer noch etwa schulterbreit nebeneinander, die Hantel nach oben und drücken, wennmöglich mit dem Kopf im Nacken, die Handballen gegen die Decke und strecken auch die Knie. Es ist geschafft!
Nach dem erfolgreichen Stoßen muss die Hantel wieder abgesetzt werden,  also langsam wieder die Knie leicht beugen, die Hantel auf der Schulter mit der Handöffnung nach oben auf der Schulter absetzen, mit Schwung aus den Oberschenkeln erfolgt das Umsetzen mit der Handöffnung nach unten und letztlich wieder dem Absetzen etwa in Oberschenkelhöhe.
Etwas mehr Schwung kommt in die Übung, wenn wir die Hantel nach dem Absetzen auf der Schulter mehrmals schnell hintereinander aus den Oberschenkeln heraus nach oben stoßen und auch jedesmal die Knie dabei durchdrücken.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.