Sturzprophylaxe für Senioren

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Rheinische Post vom 30. Dezember 2011

Schlaue Übungen beugen Stürzen im Alter vor

Zürich (dpa) Gegen motorische Unsicherheit im Alter können Senioren antrainieren. Spezielle Doppelaufgaben steigern die geistige Fitness und können Stürzen vorbeugen. Das haben Forscher vom Institut für Bewegungswissenschaften und Sport der EFH Zürich herausgefunden. Bei den Doppelaufgaben müssen Probanden sowohl motorische als auch kognitive Übungen bewältigen  – etwa im Vorwärtsgehen ein Glas Wasser balancieren und gleichzeitig in Dreierschritten rückwärts zählen oder im Einbeinstand auf einer Matte balancieren und dabei Flussnamen aufzählen. Seit einigen Jahren wisse man, dass sich bis ins hohe Alter neue Nervenzellen bilden können. Entsprechend könne auch die Gangsicherheit trainiert werden, meinen die Schweizer Forscher.

Auch in vielen anderen Studien kommen Allgemein- und Fachmediziner sowie Physiotherapeuten immer wieder zu dem Ergebnis, dass es gerade in der zweiten Lebenshälfte besonders wichtig ist, neben einer gesunden Lebensführung auch körperlich aktiv zu sein, damit unsere Ausdauer und Beweglichkeit, aber auch unsere geistige und körperliche Fitness für die Jahre jenseits der sechzig erhalten bleibt. Als bestes Training für Senioren gilt nach wie vor das Tanzen. An zweiter Stelle folgen schon Taichi und Qigong, weil man inzwischen weiß, dass gerade diese beiden asiatischen Bewegungskünste zu den effektivsten und am wenigsten belastenden Trainingsmethoden gehören. Sie erhalten und steigern nicht nur die körperliche und geistige Beweglichkeit, sondern sie verbessern auch die Körperhaltung, die Körperwahrnehmung und koordinieren den gesamten Bewegungsapparat.

Als ich im Jahr 2009 mit meiner Ausbildung zum Kursleiter Sturzprävention begann, legte man noch sehr großen Wert auf Muskelaufbau mit Hilfe von Hanteln und Fußmanschetten. Natürlich erlauben die Standardübungen von “damals” Variationsmöglichkeiten hinsichtlich Abfolge und Ausführung. Und doch drängt sich einem Zuschauer sofort der Eindruck auf, dass das alles von Leuten „erfunden“ worden ist, die höchstwahrscheinlich niemals auf die Idee kämen, solche Übungen selber zu machen. Denn zu sehr erinnern sie an altersgerechte Varianten der guten alten Turnvater-Jahn-Übungen. Selbst wenn man sich als Übungsleiter noch so viel Mühe gibt, so kommt nur sehr selten so etwas wie Spaß beim Training auf.

Da ich seit über 30 Jahren Taichi und Qigong übe und unterrichte, versuche ich natürlich auch in meinen Sturzprophylaxe-Kursen unter anderem auch leichte Übungen aus dem Tai Chi und Qigong in den Unterricht einfließen zu lassen. Ich bin also bemüht, die starren Fesseln der “klassischen” Sturzprophylaxe ein wenig aufzubrechen. Wie und mit welchen Übungen ich das versuche, und was ich dabei erlebe, möchte ich hier erzählen.

Ich würde mich freuen, wenn viele Leserinnen und Leser meine Ausführungen kommentieren würden.

Written by Ingo

Juli 4th, 2011 at 12:00 pm

Posted in Allgemein